Die aktuelle Wirtschaftsschutzstudie des Branchenverbandes bitkom unterstreicht die positive Entwicklung beim Schutz deutscher Unternehmenswerte. Die Ergebnisse zeigen, dass die verstärkten Bemühungen im Bereich des Wirtschaftsschutzes sowie die enge Kooperation zwischen Staat und Privatwirtschaft die gewünschte Wirkung erzielen.
Ein zentrales Signal für diesen Erfolg ist die Entwicklung der Schadenssummen. Nachdem die Verluste im Jahr 2025 einen Höchststand von 289 Milliarden Euro erreicht hatten, ist für das Jahr 2026 ein Rückgang zu verzeichnen. Der bitkom definiert hierfür erstmals einen Schadenskorridor zwischen 211 und 270 Milliarden Euro, um der Komplexität der Angriffserkennung Rechnung zu tragen.
Besonders beeindruckend sind die Rückgänge in strategisch kritischen Bereichen: Die Schäden durch Patentrechtsverletzungen sanken um über 94 Prozent, während die Verluste durch Erpressungen mit gestohlenen Daten um knapp 68 Prozent zurückgingen. Diese Zahlen belegen, dass die Sensibilität in den Unternehmen gestiegen ist und die Abwehrmaßnahmen insbesondere gegenüber Industriespionage erfolgreich verbessert wurden.
Die Grundlage für diese Fortschritte bildet die Nationale Wirtschaftsschutzstrategie. Sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, um die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gegenüber Wirtschaftsspionage, Sabotage und anderen Angriffen zu stärken.
Ein wesentlicher Treiber der praktischen Umsetzung ist die Initiative Wirtschaftsschutz. Die enge Verzahnung und der Informationsaustausch von Behörden und Unternehmen trägt dazu bei, dass Sicherheitslücken schneller geschlossen und Bedrohungen effektiver erkannt werden. Dies spiegelt sich auch in der steigenden Bereitschaft der Unternehmen wider, auf staatliche Unterstützung zu setzen: Der Anteil der Firmen, die auf Grundlage von Behördeninformationen Hinweise auf Täter erhalten haben, ist deutlich von 35 Prozent auf 50 Prozent gestiegen. Die Angreifer kommen, wie bisher, zu großen Teilen aus China und Russland.
Der Parlamentarische Staatssekretär im BMI Christoph de Vries, als Koordinator Wirtschaftsschutz, betonte die Bedeutung dieses strategischen Ansatzes:
“Die aktuellen Zahlen sind ein Beleg dafür, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Die Nationale Wirtschaftsschutzstrategie bildet das Fundament, um unsere Unternehmen systematisch gegen Spionage und Sabotage zu wappnen. Indem wir die Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft im Rahmen der Initiative Wirtschaftsschutz weiter intensivieren, schützen wir nicht nur einzelne Unternehmen, sondern die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft unseres gesamten Wirtschaftsstandorts.”
Trotz der Erfolge bleibt die Lage dynamisch. Die Studie zeigt eine Zunahme von Angriffen durch ausländische Nachrichtendienste (Anstieg von 7 Prozent im Jahr 2023 auf nun 37 Prozent) sowie steigende Schäden durch Betrugsversuche, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) begünstigt werden.
Um diesen neuen Herausforderungen proaktiv zu begegnen, wird das Thema KI-gestützte Angriffe bei einem der nächsten Sicherheitsbriefings der Initiative Wirtschaftsschutz priorisiert behandelt. Damit stellt das BMI sicher, dass die Unternehmen auch gegenüber hochmodernen Angriffsvektoren resilient bleiben.