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Initiative Wirtschaftsschutz

Unter der Federführung des BMI wurde 2016 die „Initiative Wirtschaftsschutz“ ins Leben gerufen – als bundesweites Kooperationsformat von Sicherheitsbehörden und Wirtschaftsverbänden zur Stärkung des Wirtschaftsschutzes in Deutschland.

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Wirtschaftsschutz ist heute wichtiger denn je. Weltweite geopolitische Krisen und die Zunahme von Spionage- und Sabotagefällen stellen den Wirtschaftsstandort Deutschland vor neue Herausforderungen. Die fortschreitende Digitalisierung vergrößert die Angriffsflächen für Cyberkriminalität deutlich. Gleichzeitig steigt der internationale Wettbewerbsdruck und innovative Technologien geraten zunehmend ins Visier autoritärer Staaten. Globale Lieferketten reagieren anfällig auf geopolitische Spannungen, Krisen und gezielte Angriffe. Diese komplexen Sicherheitsrisiken können einzelne Unternehmen allein kaum bewältigen.

Leitgedanke der Initiative Wirtschaftsschutz ist daher die Stärkung der Resilienz der deutschen Wirtschaft durch Zusammenarbeit und Wissenstransfer. Ziel ist es, Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Betriebe - widerstandfähiger gegen Ausforschung, Sabotage, illegalen und illegitimen Wissens- und Technologietransfer zu machen, um langfristig Innovationen und wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Wirtschaftsschutz wird dabei ganzheitlich verstanden: er umfasst sowohl digitale, physische als auch hybride Gefahren und betrachtet Unternehmen, Lieferketten, kritische Geschäftsprozesse und Infrastruktur als zusammenhängendes System.

In der Initiative arbeiten daher Expertinnen und Experten aus den Sicherheitsbehörden (BfV, BKA, BND, BSI, BBK sowie das BKAmt als Fachaufsicht des BND) sowie Vertreter und Vertreterinnen aus Spitzenwirtschafts- und Sicherheitsverbänden (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI), Bundesverband der Sicherheitswirtschaft e.V. (BDSW), Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), Verband für Sicherheit in der Wirtschaft e.V. (VSW)) ,und projektbezogen mit weiteren Partnern, vertrauensvoll zusammen.

Die Initiative bietet ein zielgruppenspezifisches Informations- und Beratungsangebot für Unternehmen – auch mit Blick auf aktuelle sicherheitsrelevante Entwicklungen wie z.B. hybride Bedrohungen. Sicherheitsbehörden und Verbände stehen hierbei in engem fachlichem Austausch mit dem Ziel, adressatengerecht zu sensibilisieren, zu informieren und zu unterstützen.

Im Rahmen der Initiative finden darüber hinaus regelmäßig stattfindende Austauschformate und Expertenrunden statt. Die Initiative richtet regelmäßige Sicherheitsbriefings für interessierte Unternehmen aus. Das BfV trifft sich u.a. mit Unternehmen / Verbände zu branchenspezifische Austausche.  Einmal jährlich finden außerdem die gemeinsame Sicherheitstagung von BfV und VSW sowie die ST-Wirtschaftstagung des BKA statt. Das BMI führt zur Ermittlung der Unterstützungsbedarfe in Wirtschaft und Wissenschaft KMU-Workshops durch.

Die Struktur und Gremien der Initiative Wirtschaftsschutz

Die inhaltliche und strategische Ausrichtung der Initiative gibt der Koordinierungskreis (Steuerungsebene) vor. Im Koordinierungskreis sind alle Partner auf Leitungsebene vertreten. Den Vorsitz des Gremiums führt der für den Wirtschaftsschutz zuständige Parlamentarische Staatssekretär Christoph de Vries im Bundesministerium des Innern. Das Gremium entscheidet über die Priorisierung der Aufgaben, die Billigung von Aktionsplänen, das Monitoring der Maßnahmen sowie über Änderungen der Zusammensetzung der Initiative. Der Koordinierungskreis kommt mindestens zweimal jährlich zusammen.

Der Management-Kreis ist das Arbeitsgremium der Initiative Wirtschaftsschutz. Das Gremium unterbreitet insbesondere Vorschläge für künftige Aktionspläne und ist für deren Umsetzung verantwortlich. Es greift dabei stets die aktuelle Bedrohungslage sowie Entwicklungen auf.

Aktionspläne

Die Partnerinnen und Partner arbeiten im Managementkreis an der Umsetzung von Aktionsplänen. Aktionspläne und deren Maßnahmen helfen dabei, die Ziele der Initiative systematisch zu erreichen. Sie geben den Partnern der Initiative eine strukturierte Übersicht, was in Hinblick auf die hybride Bedrohungslage getan werden muss und wer verantwortlich ist. Der aktuelle Aktionsplan 2024+ enthält verschiedene Maßnahmen. Er wurde mit den Eckpunkten der Nationalen Wirtschaftsschutzstrategie im Jahr 2024 veröffentlicht.

Beispielsweise wird zusammen mit Unternehmen verschiedenster Branchen ein gemeinsamer Standard (DIN SPEC) für Unternehmenssicherheit erarbeitet. Die Veröffentlichung ist für März 2026 geplant.

Eine weitere Maßnahme ist die Weiterentwicklung der Initiative Wirtschaftsschutz. Im Zuge der stetig wachsenden Herausforderungen und um zukünftig einen Bogen über die vielen bestehenden Gesprächsformate spannen zu können, wurde die Initiative 2025 durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erweitert. Mit diesem Schritt möchte die Initiative insgesamt eine stärkere Verzahnung mit dem KRITIS-Sektor herstellen, um zukünftig den All-Gefahren-Ansatz besser berücksichtigen zu können. Darüber hinaus wirken das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie das Bundesministerium der Verteidigung an der Initiative mit und sind potentielle weitere Aufnahmekandidaten.

Nach Veröffentlichung der Nationalen Wirtschaftsschutzstrategie sind weitere Aktionspläne vorgesehen.

Ausgewählte Maßnahmen im Überblick:

  • Die Erarbeitung eines Standards für Unternehmenssicherheit (DIN SPEC)
  • Erweiterung der Initiative durch das BBK
  • Ermittlung der benötigten Unterstützungsbedarfe in Form von KMU-Workshops
  • Plattform für den freiwilligen Austausch von staatlichen und privaten Akteuren (BISP)
  • Weiterentwicklung und Konsolidierung von Austauschformaten, bspw. regelmäßige Sicherheitsbriefings

Sicherheitsbriefings

Die Initiative Wirtschaftsschutz führt regelmäßig Sicherheitsbriefings durch, in denen vor allem die Sicherheitsbehörden die aktuelle Gefährdungslage und Sicherheitsrisiken, bspw. bezüglich Sabotage und Drohnen, darstellen und Unternehmen sensibilisieren.

Das reine digitale Informationsformat fand bereits zum dritten Mal, letztmalig am 12. Dezember 2025 mit dem Themenschwerpunkt Cybersicherheit statt. Highlight des Briefings war die Darstellung zweier Unternehmen über ihre Erfahrungen mit Cyberangriffen (Ransomware) und was sie daraus gelernt haben (Best Practice). Eingeladen werden die Teilnehmenden über die Mitgliedsverbände der Initiative. Das Format richtet sich an alle interessierten Unternehmen.

KMU-Workshop

„KMU bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, nicht nur aufgrund ihrer bloßen Zahl, sondern weil Sie Motor für die Schaffung von Arbeitsplätzen und ganz besonders ein zentraler Eckpfeiler des deutschen Innovationssystems sind.“

PSt de Vries auf dem KMU Workshop

Die Widerstandfähigkeit unserer Wirtschaft ist eine wesentliche Voraussetzung für die Stabilität und Handlungsfähigkeit unseres Landes. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) spielen dabei eine Schlüsselrolle – sie bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und sind zugleich zunehmend Zielscheibe hybrider Bedrohungen, Angriffen auf ihre Lieferketten und digitalen Strukturen. Da KMU oft nicht ausreichend gegen solche Gefahren geschützt sind, handelt es sich bei ihnen um eine wichtige Zielgruppe der Initiative Wirtschaftsschutz.

Am 04.12.2025 begrüßte das BMI bereits zum zweiten Mal ca. 70 Vertreterinnen und Vertreter von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unterschiedlichster Branchen zum KMU-Workshop mit dem Titel „Resiliente KMU für ein resilientes Land“.

Los ging es mit zwei Impulsvorträge durch Oberst Andreas Eckel der Bundeswehr sowie Dr. Monika John-Koch vom BBK zum Thema Zivil-Militärische Zusammenarbeit. Im Anschluss nahmen die KMU an drei Workshops mit den Themen DIN-SPEC Corporate Security, Nationale Wirtschaftsschutzstrategie und Zivil-Militärische Zusammenarbeit teil. Die konstruktiven Beiträge der Teilnehmenden trugen zu wichtigen Erkenntnissen der genannten Themen bei.

Nach einem Grußwort durch Herr Parlamentarischer Staatssekretär de Vries in seiner Rolle als Koordinator für den Wirtschaftsschutz innerhalb der Bundesregierung, wurden die Ergebnisse der Workshops vorgestellt. Der Tag klang mit einem Get-Together im Konferenzbereich aus.

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